Vita

Das Interesse an der Malerei begleitet mich schon mein ganzes Leben und faszinierte mich bereits in meiner Kindheit. Anfangs griff ich zum Bleistift und zeichnete meine Kindheitshelden. Ob Lucky Luke oder Donald Duck – alles was ich als kleiner Junge buchstäblich verschlang, fand seinen Weg auf Papier. Ich schulte meine Fingerfertigkeit im Umgang mit dem Stift, und mein Auge fing an, Formen und Proportionen zu erfassen.
Zum Leidwesen meiner Lehrer lebte ich diese Faszination auch während meiner Unterrichtsstunden aus. Jede Mitschrift und jede freie Stelle auf den unzähligen Arbeitsblättern wurde zur Projektionsfläche meiner kreativen Fantasien. Das Zeichnen hat für mich eine meditative Wirkung. Ich konnte dem Unterricht folgen auch wenn ich mit dem Bleistift meine ersten Versuche in die Welt setzte.
Aller Anfang ist schwer. Das gilt für alles, was der Mensch erlernen will. Sei es eine fremde Sprache, die Fähigkeit des Schreibens oder die Fertigkeit des Malens. Meine ersten Versuche mit Farbe waren eine Tortur und erschienen mir furchtbar. Doch durch ständiges Ausprobieren verschiedener Farben und Formen nahmen meine Bilder immer reifere Züge an.
Ich war immer neugierig und ich probierte jede neue Methodik und jede neue Technik aus, um einen Weg zu finden, mich auszudrücken. Ich studierte die Eigenschaften von Pastell, Gouache, Öl und Acryl akribisch – immer auf der Suche nach dem Medium, welches mir eine geeignete Ausdrucksform ermöglichte. Die Wahl fiel, nach unzähligen Experimenten auf die Acrylfarbe und sie ist bis heute das Medium, das mir am meisten zusagt und immer wieder seinen Weg auf die Leinwand findet.
Meine ersten Versuche von Kompositionen beschränkten sich auf Landschaften, die mein Auge erblickte, aber auch Portraits vieler Menschen mit denen ich mich umgab. Doch spürte ich tief in mir ein Verlangen, die Bildwelten des Normalen, des Geradlinigen zu verlassen. Der Drang nach abstrakten Formen ließ mir keine Ruhe und so stellte ich mir die Frage, wie ein solches Bild aussehen sollte. Formen, Farben, der Aufbau eines Bildes – in der abstrakten Malerei sind diese Aspekte nicht einfach aus der realen Welt zu ziehen. Was auf der Leinwand wie ein Ausbruch spontaner und unbändiger Leidenschaft aussieht, ist ein langer Arbeitsprozess. Zuvor bediente ich mich der von Natur aus gegebenen Formen und Farben. Doch dieser Geradlinigkeit war ich müde geworden und das Unbekannte und Verborgene rief nach mir.
Während ich noch tief in meinem Findungsprozess steckte, traf ich einen Maler, dessen Leidenschaft meiner ähnlich war. Gerd Hanebeck, ein Wuppertaler Künstler, mit dem mich bis heute eine tiefe Freundschaft verbindet. Gemeinsam erforschten wir die Unendlichkeit der abstrakten Malerei. Hanebecks Wesen und seine Werke haben mich tief geprägt und mir die Augen geöffnet. Man kann sagen, dass Gerd Hanebeck mir die Welt der abstrakten Malerei zugänglich gemacht hat. Ohne ihn würde meine Kunst mit Sicherheit anders aussehen. Dafür bin ich ihm sehr dankbar. Jeder Künstler muss einen Weg finden, sich auszudrücken und seinen inneren Charakter auf Leinwand zu bannen. Es ist immer wieder umwerfend, wie viele Künstler es auf der Welt gibt und jeder von ihnen seine ganz eigene Handschrift hat. Hanebeck hat mir unendlich geholfen, meine zu finden.
Anfänglich waren es Stillleben von Landschaften, die ich auf Papier bannte. Der Bezug zur Natur begleitet mich mein ganzes Leben. In ihr habe ich meine Kindheit verbracht und zu ihr kehre ich zurück, wenn mich die schnelllebige Welt wieder einmal zu stark im Griff hat. Sie ist Geborgenheit und Inspiration zugleich. Meine ersten Werke waren demzufolge eine Hommage an Mutter Natur. Die damals entstandenen Werke konnte ich 1991 auf meiner ersten Ausstellung in der Backstubengalerie in Wuppertal zeigen. Ich widmete mich, in abstrakter Form, den Bäumen der Wälder und setzte mich mit diesem Thema auseinander. Damals besuchte ich Christine Ostermann in ihrer Galerie – mit gerade mal vier Bildern. Sie verhalf mir zu meiner ersten eigenen Ausstellung, und dafür bin ich ihr bis heute dankbar. An dieser Stelle möchte ich mich für die Unterstützung bedanken. Durch sie haben viele junge Künstler eine Chance erhalten, ihre Arbeiten zeigen zu können. In den Jahren darauf, befasste ich mich eingehender mit dem Thema „Mensch und Natur“. Da diese Verbindung eine der elementarsten ist, wenngleich dies heutzutage allzu leicht vergessen wird. Ich suchte nach Formen, Farben und Strukturen, die ich in meine Bildsprache einbauen könnte. Meine Suche führte mich von den Etruskern, Kelten und Germanen tief in die Geschichte der Menschheit. Allen gemein war die Verbindung zur Natur. Schlussendlich stieß ich auf die mythische Welt der Alchemie. Ein Thema, das mich über Jahre in ihren Bann gezogen und auch meine Bildwelten enorm beeinflusst hat.
1995 habe ich mein Atelier in Wuppertal Heckinghausen bezogen in dem ich bis heute arbeite.
In dieser Zeit habe ich fünf Jahre lang Kurse im Aquarellmalen so wie freie, abstrakte Malerei mit Acrylfarben gegeben.
Neben der Kunst verlief auch meine beruflich Karriere in der ich einen anderen, eigenen Werdegang verfolgte. Die Kunst alleine ist in ihren Wellenbewegungen kein zuverlässiger Quell an materiellen Einkünften. Dennoch sind mir viele interessante Menschen begegnet und ich konnte mich mit vielen innovativen Dingen beschäftigen. In den Jahren von 2001 bis 2006 habe ich mich mit Grafikdesign und Gestaltung beschäftigt und eine Werbeagentur betrieben.
Diese andere Art der gestalterischen Arbeit begleitet mich auf die eine oder andere Weise bis heute.
Die Kunst ist ein weites Feld. Sie umspannt alle nur erdenklichen Ausdrucksformen. Die Beschäftigung mit der Malerei ist gewiss nur eine davon und doch ist sie genau das, wonach sich mein Geist unaufhörlich sehnt. Die Malerei ist eine Reise in die Tiefe des menschlichen Geistes. Nichts ist undenkbar – alles ist möglich. Es ist allerdings auch eine Hürde, die allzu oft zu hoch erscheint. Doch der Reiz, immer wieder Neues zu entdecken und neue Wege zu gehen – sowohl in der Malerei als auch persönlich – treibt mich an. Alte Sichtweisen müssen überprüft werden und ich möchte mich stets weiter entwickeln. Die Malerei steht dabei sinnbildlich für mein Streben nach Unbekannten und Verborgenen. Malerei bedeutet Veränderung, das Verwerfen von Ideen und Neuanfang mit gänzlich neuen Erkenntnissen. Doch mit jedem Schritt, den ich gehe, wächst meine Erfahrung kontinuierlich und bereichert mich. Jedes Bild ist eine neue Reise, eine Reise in mich selbst und eine Reise in die phantastische Welt der Farben und Formen.

Text Quelle: Christoph Jaschinski

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